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historisches
andere Namen
Entschlüsselung des Gattungsnamen
Vorkommen
Aussehen
Wissenschaftliches
Wirkstoffe
Konsum und Dosierung
Dosierung und Wirkung
Rechtiliche Lage
Nebenwirkung
Überdosierung
Anbau

Historisches:
Die Tollkirsche ist seit Jahrunderten als Giftpflanze bekannt und gefürchtet. Besonders im Aberglauben und Hexenkult des Mittelalters spielte die Pflanze eine große Rolle.

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andere Namen:
Tollkrische, Tollkraut, schwarze Tollkrische, Wolfskirsche, Teufelskirsche, Schwindelkirsche, Tollbeere, Irrbeere, Saukraut, Schönmädchen, Rasewurz, Wutbeere, Taumelstrauch
Gattungsname: Atropa Belladonna

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Entschlüsselung des Gattungsnamen:
Die Tollkirsche diente früher als Heilmittel, wurde aber auch zu Giftmorden gebraucht. Wegen der starken Giftigkeit benannten die Griechen die Tollkirsche nach der Schicksalsgöttin Atropa, einer der 3 Parzen, die den Lebensfaden durchschneidet.

Der Name "belladonna" = schöne Frau" erscheint bereits in Kräuterbüchern des 16. Jhdts. und geht wohl darauf zurück, daß der Saft, in die Augen getröpfelt, die Pupillen vergößert. Früher haben sich - vor allem italienische - Frauen deshalb Tollkirschensaft in die Augen geträufelt.

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Vorkommen:
Ende Mai bis Ende August blüht die Tollkirsche; von Juli bis in den Herbst hinein erscheinen die namengebenden schwarzglänzenden Beeren (siehe Abb. 1). Die Tollkirsche gedeiht an warmen Waldrändern, an Kahlschlägen und auf Lichtungen in Laub- und Laubmischwäldern. Sie braucht humusreichen und etwas kalkhaltigen Boden. Man findet sie in Mittel- und Südeuropa, im Norden bis Nordengland, im Osten bis zur Ukraine.

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Aussehen:
Die Tollkirsche trägt kelchförmige, aussen braunviolette und innen gelbgrün gefärbte Blüten mit 5 Blütenblättern (siehe Abb. 2). Diese Blüten werden bis zu 3 cm groß und stehen einzeln zwischen den oberen Laubblättern, welche eiförmig und in den Stiel herablaufend sind. Die Blätter stehen immer Paarweise gegenüber, wobei das eine immer grösser ist und das andere kleiner (siehe Abb. 3). Die Pflanze wird bis zu 150 cm hoch und kehrt immer an der selben stelle wieder zurück solange sie nicht entwurzelt wird. Im Laufe der Jahre spriessen die Stengel immer kräftiger (daumendick) aus dem Boden. Ab einer gewissen Höhe verzweigen diese sich immer und immer wieder.

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Abb. 1
Abb. 2
 
Abb. 3

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Wissentschaftliches:
Wirkstoff Atropin wird heute noch in der Augenheilkunde zur Pupillenerweiterung genommen. Es wirkt krampflösend bei Epilepsie und Asthma und wird bei Erkrankungen der Luftwege (Bronchitis, Reizhusten) eingesetzt. Ferner hemmt es die Drüsensekretion und wird zur Behandlung des Parkinsonismus genommen. Atropin ist auch ein wirksames Gegengift und wird vom Militär als Mittel gegen Nervengas gelagert.

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Wirkstoffe:
die lebende Pflanze enthält hauptsächlich L-Hyoscyamin, welches sich beim Lagern in das viel gefährlichere Atropin (D,L-Hyoscyamin) umwandelt. Scopolamin und andere Tropanalkaloide sind weitere Bestandteile der Pflanze. Der Alkaloidgehaltes ist stark von der Gegend abhängig.
Die Wurzeln enthalten Apoatropin und dürfen keinesfalls verwendet werden.
Atropin ist ein enger Verwandter des Kokain, allerdings um ein Vielfaches gefährlicher.

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Konsum und Dosierung:
Die Pflanze wird in Mittel- und Südeuropa als Tee genossen oder geraucht.

In Hexensalben war unter anderem Tollkirsche enthalten; auf die Haut aufgetragen führte sie zu real erlebten Wahnvorstellungen, wie z.B. der Vorstellung zu fliegen oder Tierverwandlungen.

"Der Extrakt der Tollkirsche, in starker Verdünnung und winziger Menge eingenommen, steigert bei Frauen die sexuelle Erregung".

Der Geschmack der Beeren ist süßlich mit einem leicht bitteren Beigeschmack. Bei oraler Aufnahme istdie Gefahr der Überdosierung sehr hoch. Die Angaben gehen sehr weit auseinander. Ein gesunder erwachsener Mann kann schon bei unter 10 Beeren tödliche vergiftungen erleiden. Andere berichten, dass normalgewichtige Erwachsene zwischen 8 und 20 Kirschen konsumieren können, bei Kindern liegt die Dosis schon bei 4 Kirschen. Der Atropin-Gehlat kommt sehr stark auf den Standort und das Wachstum der Pflanze an; ob man die Samen der Kirschen mitisst oder ausspuckt; dann noch auf die Verträglichkeit des einzelnen Menschen, da sich der Körper an Atropin gewöhnen kann, deswegen sollte man auch nach dem Konsum mindestens 1 Woche pause machen! Bei Langzeitexperimenten gewöhnt sich der Körper an die Atropindosen und das weitaus psychoaktivere Hyoscyamin wirkt mehr im Vordergrund!

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Dosierung und Wirkung:
Die Tollkirsche ist alles andere als eine weiche Droge, sondern so ziemlich das giftigste, was Mensch sich freiwillig antun kann. Die tödliche Dosis liegt bei zehn Gramm Pflanzenmaterial, wobei die Blätter am potentesten sind. Den höchsten Alkaloid-Gehalt haben die Pflanzen im Frühling.
Bereits ein bis zwei Beeren bewirken nach etwa 30 Minuten Wahrnehmungsveränderungen. Fünf bis zehn Früchte gelten als halluzinogen. Mehr kann lebensbedrohlich sein!
Die Wirkungen von Tollkirschen sind selten angenehm. Herz und Kreislauf werden extrem belastet, daher dürfen Herzkranke keinesfalls Tollkirschen einnehmen. Hinzu kommen Austrocknung der Schleimhäute, Rötung des Gesichts und extreme Pupillenerweiterung.
Tipps zur Dosierung sind nahezu unmöglich, da gewünschte Dosis und Überdosierung sehr nah beieinander liegen. Gleichzeitig variiert nicht nur der Wirkstoffgehalt von Tollkirschen je nach Standort stark, sondern geht auch die individuelle Verträglichkeit extrem auseinander. Daher kann man jedem, der es nicht bleiben lassen kann, nur raten, sich langsam an die "richtige" Dosis heranzutasten. Dabei ist es generell sicherer, das Kraut zu rauchen. Manche Spezialisten sollen sich aus den Früchten sogar Marmelade kochen. Hiervon ist jedoch wegen der Unsicherheit bei der Dosierung ebenfalls dringend abzuraten.
Der Tollkirschen-Rausch gilt als recht unangenehm. Es überwiegen dunkle, dämonische, extrem angstauslösende Visionen. Ein Horrortrip par excellence. Die wenigsten erklären sich bereit, ein zweites Mal Tollkirsche einzunehmen.

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Rechtlicher Status:
Tollkirschenblätter sind apotheken- und verschreibungspflichtig. Das Sammeln ist indes legal. Der Konsum erfolgt auf eigenes Risiko. Atropin ist im Chemikalienhandel als Atropinsulfat erhältlich und unterliegt der Gefahrstoffverordnung, aber nicht dem Betäubungsmittelgesetz.

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Nebenwirkungen:
nach der Einnahme sind Pupillenerweiterung (Glanzaugen), fehlendes Erbrechen, trockene, gerötete und heiße Haut. Ferner kommt es zu Trockenheit der Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich, was Sprach- und Schluckstörungen zur Folge hat sowie zu Pulsbeschleunigung. Bei starker Dosis befällt den Betroffenen Unruhe, er leidet unter Weinkrämpfen und Rededrang sowie unter Tobsuchtsanfällen. Bei entsprechender Vergiftung kommt es zur Bewußtlosigkeit und zum Tod durch Atemlähmung.

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was tun bei Überdosierung:
Niedrig dosierte Opiate und Marihuana sollen die unerwünschten körperlichen Auswirkungen etwas unterdrücken. Morphin gilt als wirksames Medikament bei Überdosierungen.
Sollten Krämpfe auftreten, ist
Diazepam ("Valium") das Mittel erster Wahl, bei Herzrasen werden Beta-Blocker empfohlen. Bei offensichtlicher Überdosierung sollte man sich nicht scheuen, den Notarzt zu rufen - zumal der Konsum von Tollkirschen nicht verboten ist.

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Anbau:
Es ist recht schwierig, Tollkirschen aus Samen zu ziehen. Erfolgreicher ist die Vermehrung von Stecklingen und Wurzelablegern. Dies sollte im Frühjahr erfolgen.
Für den chemischen und pharmazeutischen Bedarf wird Atropa belladonna in Brasilien, Pakistan, Nordamerika und Osteuropa angebaut.

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